Herzlich willkommen!

Unsere drei Gemeinderätinnen: "Wir freuen uns, tatkräftig an der Gestaltung der Zukunft unserer Gemeinde mitzuwirken. Für Ihre Anregungen sind wir offen, für Ihre Gespräche mit uns dankbar."

Leserinnenbrief Pforzheimer Kurier vom 06.06.2020
Hier ist der Leserinnenbrief von Christine (ähnlich wie PZ) zum Download
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Schottergärten – einfach praktisch?!

 

In Kämpfelbach haben sich nicht wenige Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer dafür entschieden, ihren Vorgarten mit Tonnen Kies und Schotter zuschütten zu lassen.

Nun folgt auch die Gemeinde diesem negativ Trend - aktuell bei der Gestaltung von vier Verkehrsinseln an der Schlossgasse und der Vaihenwiesenstraße in Ersingen. 

Die Gründe mögen vielfältig sein. Einige streben damit eine Minimierung der Pflege an, einige schätzen die reduzierte Erscheinung und Ästhetik, vielen fehlt einfach die Zeit oder eine Gestaltungsidee, in manchen Fällen sind die Menschen körperlich nicht mehr in der Lage, sich um einen Garten zu kümmern.

 

Was viele nicht wissen: Ein Kies- oder Schottergarten ist keineswegs besonders pflegeleicht. Auch ist ein solcher „Garten“ nicht kostengünstig oder langlebig. Biologisch gesehen sind viele dieser Gärten zudem tot, denn sie bieten den meisten Tieren und Pflanzen weder Nahrung noch Lebensraum.

 

In jedem Fall gibt es bessere Alternativen als einen Schottergarten bzw. Schotterinseln. Denn Schotter und Kies haben sehr viele ökologische Nachteile.

 

Auch wenn ein paar bienenfreundliche Pflanzen gepflanzt werden, zählen folgende Argumente:

 

  • Schottergärten sind schlecht für das Klima: Die Steine erhitzen sich, verstärktes Gießen der Pflanzen ist erforderlich, es ist keine ausgleichende Abkühlung der Luft möglich, da die Steine nachts Wärme abstrahlen.
  • Schotter verstärkt den Lärm der Autos.
  • Ein unter der Schotterschicht ausgebrachtes Vlies, unterstützt die Versiegelung, die Bodenunfruchtbarkeit und erhöht die Erneuerungskosten.
  • Schottergärten verstoßen gegen die Landesbauordnung (§9 LBO).

Wer sich einen pflegeleichten Garten wünscht und gleichzeitig den Artenschutz unterstützen möchte, darf nicht zum Schotter greifen!

Die heimische Natur hat viele Alternativen zu bieten, welche Arbeit sparen, den Insekten und anderen Tieren einen Lebensraum geben und gleichzeitig ästhetisch wirken.

 

Die Schotterinseln in der Gemeinde Kämpfelbach zählen als Verkehrsflächen und nicht als Grünfläche zwischen der Bebauung und verstoßen deshalb nicht gegen die LBO. Die negativen Auswirkungen sind jedoch dieselben. Deshalb sollte sich auch hier die Gemeinde ihrer Vorbildfunktion bewusst sein.

„Schottergärten sind ein Angriff auf die Lebensqualität – für uns Menschen genauso wie für Pflanzen und Tiere.“ Gerhard Bronner Landesnaturschutzverband, Baden-Württemberg

 

Schottergärten werden von manchen Kommunen als teil- beziehungsweise vollversiegelt eingestuft. Je nach Abdichtung nach unten können Gebühren für das abfließende Regenwasser anfallen.

Schotterflächen habe einen Versiegelungsgrad von 30%. Wenn diese Fläche in den öffentlichen Kanal entwässert, dann ist dies in Kämpfelbach auch gebührenpflichtig. Kommunen können in ihren Bebauungsplänen Schottergärten rechtssicher ausschließen (vgl. Heilbronner Bebauungspläne).

 

Links zum Weiterlesen:

Schottergärten sind für Tiere so wertlos wie ein Aldi-Parkplatz https://kraichgau.news/bretten/c-bauen-wohnen/lnv-schottergaerten-sind-illegal_a29824

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/planung/26658.html

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/planung/26659.html

Info-Flyer „Versteinerte Gärten: Wie Schottergärten Pflanzen, Tieren und dem Kleinklima schaden“. Das Faltblatt ist ab sofort beim LNV zu beziehen sowie online als PDF abrufbar unter www.lnv-bw.de/schottergaerten

 

Christine Fischer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Gemeinderatssitzungen waren seit Beginn des Lookdowns aufgrund der Pandemie ausgefallen. Letztmals hatte der Gemeinderat im Februar 2020 getagt. Informiert wurde die Liste MUM über zwei Eilentscheidungen, die Bürgermeister Kleiner in der Zwischenzeit verfügt hatte: Abbruch eines Hauses in der Schopfwiesenstraße und Ausbau der großen Brunnenstraße. Nun haben wir die Einladung zur öffentlichen Sitzung am 11.5.20 sowie die Ankündigung für die nächste Sitzung am 25.5.20 erhalten. Diese Sitzung soll, damit die Hygienevorschriften eingehalten werden können,  in der Kämpfelbachhalle stattfinden. 
Weder Bekanntgaben noch Fragen des Gemeinderates und der Bürger*innen stehen als Tagesordnung auf der Sitzungsvorlage. Darauf soll in der Krise verzichtet werden, nur Wesentliches soll behandelt werden. Wir fragten uns: Ist das zulässig? Wie können wir als Gemeinderätinnen Einfluss auf die Tagesordnung nehmen? Denn gerade in der Zeit der Krise sind Möglichkeiten des Austausches wichtig und notwendig, stehen viele Fragen unbeantwortet im Raum.

 

Wir informierten uns:

„Grundsätzlich wird die Tagesordnung vom Bürgermeister bestimmt. Bis zum Beginn der Sitzung kann dieser auch einen Verhandlungsgegenstand von der Tagesordnung absetzten. Auf Antrag einer Fraktion oder eines Sechstels der Gemeinderäte ist jedoch ein Verhandlungsgegenstand auf die Tagesordnung spätestens der übernächsten Sitzung zu setzten. Das betrifft allgemeine Themen.

 

Bei Fragen des Gemeinderats sieht es anders aus. Hier ein Auszug aus der Kommentierung Kunze/Bronner/Katz zu § 24 Randziffer 28a
 

"Mündliche Fragen in Sitzungen können weder durch die Geschäftsordnung noch durch Beschluss des Gremiums unterbunden werden. Für Fragen, die in der Sitzung eingebracht werden, aber mit keinem Tagesordnungspunkt in Verbindung stehen, kann in der Geschäftsordnung vorgeschrieben werden, dass sie nur zu Beginn oder nur am Ende der Sitzung oder innerhalb einer speziell dafür vorgesehenen Fragestunde für Gemeinderäte vorgebracht werden dürfen. Die spezielle Fragestunde für Gemeinderäte ist als Tagesordnungspunkt in der Tagesordnung aufzuführen."

 

Sogleich formulierten wir folgenden Brief an Bürgermeister Kleiner und informierten unseren neuen Hauptamtsleiter Alexander Giek und unsere Gemeinderatskolleg*innen.

Brief Bürgermeister
Unser Antrag vom 06.05.2020
Brief_BM_06_05_2020.pdf
PDF-Dokument [73.1 KB]

Kurz vor Ende der Gemeinderatssitzung stellten wir unsere Fragen, die anderen Fraktionen nutzten auch die Gelegenheit ihre Fragen los zu werden und so kam es zu einem regen Austausch. Abschließend gestattete Bürgermeister Kleiner auch noch den anwesenden Bürger*innen Fragen zu stellen.

 

Christine Fischer

Bau einer Amphibienleiteinrichtung
an der L4538

 

Manchmal kommt es anders als geplant. Gemeinsam finden die Verantwortlichen kreative Ideen zum Schutz und Fortbestand der Salamander, die auch ihre Daseinsberechtigung haben. Der Mensch hat die Verpflichtung, sich um deren Schutz zu kümmern – wenn wir schon deren Lebensraum zerstören, wie beim Bau der Landstraße L4538 geschehen, die den Weg der Tiere zu ihrem Laichgewässer durchtrennt.

 

Manche sagen, ob die eine oder andere Art ausstirbt, ist nicht so entscheidend für den Bestand der Ökosysteme. Wer so etwas erzählt, übersieht, dass bereits tausende Arten ausgerottet wurden und hunderttausende Arten gefährdet sind. Wir müssen uns unser Ökosystem wie ein dicht gewebtes Netz vorstellen: Es trägt uns – es ernährt uns, denn es ermöglicht uns, Getreide, Obst, Gemüse anzubauen. Es hält uns am Leben!

Jede einzelne Art ist ein Knoten im Netz. Und mit jeder Art, die wir als Mensch ausrotten, schneiden wir einen Knoten aus dem Netz. Ihr könnt euch vorstellen, dass das Netz dadurch immer schwächer und instabiler wird. Damit steigt auch die Gefahr ökologischer Katastrophen.

 

Bei uns im Enzkreis drohen die Salamander zu verschwinden.  Gerade in Ersingen und besonders dort, wo aktuell die Amphibienleiteinrichtung gebaut wird, gibt es noch Salamander. Diese werden mit der Erweiterung der Leiteinrichtung besser geschützt. Der Natur- und Artenschutz sichert die Artenvielfalt und letztlich auch unsere Lebensgrundlagen. 

Zwei sich kappelnde Salamander-Männchen.

 

Biodiversität ist nicht nur wichtig, um unsere Lebengrundlagen zu erhalten – sie ist manchmal auch sehr, sehr schön.

 

Christine Fischer

Neubau und Erweiterung der Amphibienleiteinrichtung an der K4835 

 

Eine Amphibienleiteinrichtung ist eine feine Sache - sie ersetzt die provisorischen Amphibienschutzzäune, die aufwendig aufzustellen und zu pflegen sind. Abendliches Sammeln, verbunden mit der Gefahr der Straßenquerung der Sammler*innen inklusive.

 
An der Kreisstraße zwischen Ersingen und dem Ersinger Kreuz gibt es glücklicherweise eine Amphibienleitanlage seit vielen Jahren. Trotzdem mussten provisorische Schutzzäune, die die zwei Anlagen verbinden und das Sammelgebiet erweitern, angebracht werden. Zudem ist die Anlage in die Jahre gekommen, Bauteile hatten sich gesetzt, Spalten sind entstanden, die von den Tieren - mehrheitlich Salamander genutzt wurden, um über die Straße zum Laichgebiet zu gelangen. 


Ab 14. April starten die umfangreichen Bauarbeiten an der K4538 für dieses vorbildliche Projekt. 


In einer Länge von 2 x 450 m, verbunden mit einem größeren Querschnitt der sieben Tunnels, können nicht nur Salamander sondern auch Kleintiere unbeschadet die Straße queren, den Bachlauf und das andere Wald- und Wiesengebiet auf der anderen Straßenseite  erreichen. 


Der Enzkreis hat dieses Vorzeigeprojekt initiiert, Susanne Lindacker und Heinrich Elwert von der Straßenmeisterei sind die Ansprechpartner*innen. Die Planung wurde vom Ingenieurbüro Bechert und Partner erstellt, die Baudurchführung erfolgt durch die Firma Strabag, mit dem zuständigen Bauleiter Herrn Knapp, Diplom Ingenieur Johannes Niederstraßer unterstützt den Bau der Amphibienanlage mit seiner Expertise. 

 

Die Strecke wird voll gesperrt. Die Umleitungen werden ausgeschildert. Die anschließenden Arbeiten werden über halbseitige Sperrungen weiter geführt. 


Wir bitten für euer und Ihr Verständnis. 

Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen oder Interesse?

 

Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir freuen uns darauf!

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